"Das gibt es kein zweites Mal in Österreich!"
Seit rund zwei Jahren besteht nun schon die Möglichkeit, bei den Vikings schulische und sportliche Ausbildung zu kombinieren. In der ersten Wiener Ballsportakademie haben die hoffnungsvollsten Talente der Vikings, gemeinsam mit Sportlern der Austria (Fußball), den Timberwolves (Basketball) und SVS Schwechat (Volleyball), die Chance, sich intensiv ihrem Lieblingssport zu widmen und die eigenen körperlichen und spielerischen Fertigkeiten zu verbessern. Gleichzeitig wird auf die Ausbildung höchster Wert gelegt. In der fünfjährigen Oberstufe im Gymnasium, die mit Matura abgeschlossen wird, sollen die Schüler auch auf das Leben außerhalb des Spielfelds vorbereitet werden. Einer von ihnen ist Konstantin Tritscher. Warum der Quarterback für die Vikings alles stehen und liegen ließ, wie ein typischer Tag aussieht und wo er sich in fünf Jahren sieht:
Konstantin, woher kommst du gerade?
KT: Ich war gerade am Trainingsplatz. Wir haben immer drei Mal die Woche früh am Morgen eine zweistündige Einheit, wo wir entweder am Spielfeld oder im Gym sind.
In der 1. Wiener Ballsportakademie sind die besten Nachwuchsspieler vereint. Wie bist du dazu gekommen?
Ich komme ursprünglich aus Salzburg und habe dort im Nachwuchs für die Bulls als Quarterback gespielt. Die Vikings waren damals einer unserer Gegner, und da hab ich zum ersten Mal von dieser Schule erfahren. Da wusste ich sofort: das will ich machen. Also hab ich meine sieben Sachen gepackt und bin nach Wien gegangen.
Wie alt warst du zu dem Zeitpunkt?
16.
Wie bist du damit zurechtgekommen, in dem Alter plötzlich deinen Lebenspunkt in eine andere Stadt, weg von Familie und Freunden, zu verlegen?
Am Anfang war es schon schwierig. Zum Glück lebt mein Vater in Wien, so hatte ich gleich zu Beginn eine Bezugsperson. Coach Zivko hat mir auch immer geholfen, wo er konnte. Freunde habe ich zum Glück durch die Schule und den Verein auch schnell gefunden.
Bist du durch den Wechsel reifer und selbstständiger geworden?
Mit Sicherheit. Ich bin schon stolz darauf, dass ich den Umzug so gut verkraftet habe. Es war damals ein großer Schritt für mich – ich habe die Entscheidung aber nie bereut. Ich wurde in Wien von allen sehr herzlich empfangen, das gab mir von Anfang ein gutes Gefühl. Außerdem gibt’s ja noch die Ferien, da besuche ich dann meine alten Freunde in Salzburg.
Warum sollte ein junger Footballer mit Ambitionen zu den Vikings kommen?
Wenn er wirklich etwas erreichen möchte, muss er zu den Vikings kommen. Die Strukturen hier sind super, wir haben mit der Ravelin eine erstklassige Anlage, unsere Coaches sind für unsere Entwicklung sehr förderlich. Ich trainiere seit kurzer Zeit mit Coach Neumann – das wird mich enorm weiterbringen. Mit der Ballsportakademie kann man sich auch wirklich auf das Wesentliche konzentrieren. So etwas gibt es in dieser Form sonst in ganz Österreich kein zweites Mal.
Rückt die Schule bei so viel Training in den Hintergrund?
Nein, absolut nicht. Der Unterricht ist etwas langsamer, aber das ist eben den Trainingseinheiten geschuldet. Deshalb dauert die Oberstufe ja auch ein Jahr länger als ein gewöhnliches Gymnasium. Der Verein organisiert auch Intensivkurse und Nachhilfeunterricht, wenn ein Schüler in einem Fach schwach ist. Manchmal helfen sich die Spieler auch gegenseitig etwas weiter.
Wie sieht ein typischer Tag im Leben des Konstantin Tritscher aus?
Ich stehe gegen 8 Uhr auf, danach gibt’s von neun bis zehn Regelkunde, Theorie oder Videostudium, danach trainieren wir eine Stunde im Gym. Dann eine Stunde Pause, essen und ab in die Schule, wo wir dann bis 16:30 Unterricht haben. Um 19:30 trainieren wir dann mit der gesamten Mannschaft.
Belastet es die Teamchemie, wenn manche Spieler in der Ballsportakademie sind, und andere nicht?
Nein. Die Stimmung ist trotzdem super. Natürlich sind die, die sich täglich in der Schule sehen, miteinander befreundet, die anderen haben eben auch einen etwas anderen Freundeskreis. Aber am Platz sind wir wie Brüder, da schauen die Coaches schon drauf, dass es da zu keiner Gruppenbildung kommt.
Wie sollen für dich persönlich die nächsten Jahre aussehen?
Ich möchte immer besser werden und von den Coaches noch viel lernen. Leider war ich lange an der Patellasehne verletzt, deshalb habe ich bisher noch kaum gespielt. Langfristig möchte ich ins Team II und dann natürlich in die Kampfmannschaft. Chris Gross ist natürlich noch außerhalb meiner Reichweite, aber er ist ein echtes Vorbild und hat gezeigt, wie weit man es als österreichischer Quarterback bringen kann. Das motiviert mich.
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