Ein Score als schwacher Trost
Nach dem 40:0-Sieg zum Auftakt über Panama träumte der eine oder andere vielleicht schon von der ganz großen Sensation - doch sie sollte nicht eintreten. Österreichs Junioren-Nationalteam verlor bei der WM im Semifinale in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gegen das Team USA klar und deutlich mit 7:70. Damit stehen die USA im Finale, wo es zum erwarteten Duell mit der Nummer 2, Kanada, kommt. Die rot-weiß-roten Nachwuchshoffnungen treffen hingegen im Spiel um Bronze auf die Japaner.
Ausgeglichenes Startviertel
Die Österreicher, die von rund 100 rot-weiß-roten Fans im sonst eher spärlich besuchten Burger Stadium nach vorne gepeitscht wurden, begannen das Spiel gleich mit einer Überraschung: sie entschieden sich, als erstes Team zu kicken und versuchten gleich, den Ball mit einem Onside Kick selbst zu recovern. Der tollkühne Schachzug ging nicht auf, die USA starteten ihren ersten Drive weit vorne und erzielten kurze Zeit später den ersten Touchdown des Spiels. Team Austria ließ sich davon aber nicht verunsichern und zog weiter den konzipierten Gameplan durch. Nachdem die Defense der Österreicher den Gegner zum Punt gezwungen hatte, durften auch wir zum ersten Mal jubeln. Felix Stadler brachte den Ball in die amerikanische Endzone, der PAT war gut und somit der Spielstand wieder ausgeglichen.
Beeindruckende Vorstellung der USA
Kurze Zeit später wurden erstmals die Seiten gewechselt, das Zwischenergebnis nach dem ersten Viertel, 7:7, konnte sich aus heimischer Sicht durchaus sehen lassen. Was folgte, kam einer Machtdemonstration der Amerikaner gleich. Die Österreicher konnten sich immer weniger von den Big Plays des Gegners erholen, die Offense schaffte es kaum noch, für Entlastung zu sorgen. Die Folge war eine fehleranfällige und extrem müde Defense auf Seiten der AFBÖ-Equipe. Am Ende musste man die klare Überlegenheit des Gegners anerkennen und die Niederlage, die in dieser Höhe natürlich schmerzte, hinnehmen. Doch gegen so ein Team zu verlieren ist keine Schande. Immerhin standen da nicht irgendwelche Greenhorns am Feld, sondern Spieler der besten Colleges im Land, unter anderem waren Spieler der Colleges von Notre Dame, TCU, Virgina Tech, Illinois, Texas, Texas A&M, Iowa, Florida, Clemson. Florida State, Missouri, Kentucky und Mississippi im Einsatz. "Es war schon eine Leistung, dass wir das erste Viertel offen gehalten haben", gibt sich Headcoach Horst Obermayr keinen Illusionen hin.
Kampf um Bronze
So weh die Niederlage gegen die USA auch tut, man muss das Halbfinale so schnell wie möglich abhaken. Denn bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag steht das letzte Spiel dieser WM für die Österreicher am Programm. Im Kampf um Bronze wartet Japan auf das Team Austria. Die Asiaten schlugen zum Auftakt Frankreich mit 27:6, zogen dann aber im Halbfinale gegen Kanada knapp mit 24:33 den Kürzeren. Um die Medaille nach Hause zu bringen, brauchen die Österreicher einen extrem guten Tag, die Chancen auf Bronze sind aber in jedem Fall gegeben.
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